Am Dienstagabend 24.03.2026 war es so weit: Das PUR-Musical „Abenteuerland” hat erstmals Schweizer Boden betreten – und das Publikum im ausverkauften Musical Theater Basel von der ersten Minute an mitgerissen. Was folgte, waren knapp drei Stunden voller Emotionen, Gänsehautmomente und am Ende ein Saal, der sich geschlossen von den Sitzen erhob. Standing Ovations für eine Produktion, die beweist, dass die Songs von PUR auch auf der Musicalbühne ihre volle Kraft entfalten. Wir waren ebenfalls dabei und ebenfalls begeistert! Partyamigo.de hat die ganzen tollen Fotos gemacht, viele weitere gibt es dort im Fotoalbum!
Basel als einzige Schweizer Station
Die Gastspielreihe, die seit Dezember 2025 durch neun deutsche Städte tourt, macht in Basel als einziger Schweizer Destination halt. Vom 24. bis 29. März gastiert die Produktion von ATG Entertainment am Rhein – und schon der Auftakt am Dienstagabend um 19.30 Uhr machte deutlich: Die Vorfreude der Fans war berechtigt. Kein einziger Platz blieb leer, die Stimmung im Saal war von Beginn an elektrisierend.
Dabei kann das Musical bereits auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken. Was im Oktober 2023 als Weltpremiere im Capitol Theater Düsseldorf begann und zunächst nur für ein halbes Jahr geplant war, entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten: Über 17 Monate hinweg sahen dort mehr als 400.000 Zuschauer das Stück.
Eine Familie wie jede andere – und doch besonders
Die Geschichte der Familie Schirmer bildet das Herzstück des Musicals. Produzent Martin Flohr hat in über zehnjähriger Entwicklungsarbeit gemeinsam mit der Band PUR 30 ihrer bekanntesten Songs in eine generationenübergreifende Familiengeschichte eingewoben. Es geht um Alltagskämpfe und große Gefühle, um Beziehungskrisen und Neuanfänge, um Mobbing und erste Liebe, um das Altern und das Jungbleiben – kurzum: um das Leben selbst.
Im Mittelpunkt stehen Petra und Robert Schirmer, ein Ehepaar, das sich nach zwanzig Jahren Ehe etwas aus den Augen verloren hat. Während Robert in einer Midlife-Crisis steckt, sehnt sich Petra nach einem Ausbruch aus dem Familienalltag. Ihre Kinder Alex und Anna navigieren derweil durch die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens. Und Oma Lena hofft im Stillen darauf, nicht mehr allein sein zu müssen. Als ein unerwartetes Ereignis die Familie aufrüttelt, beginnt für alle der Aufbruch ins persönliche Abenteuerland.
Die Basler Besetzung überzeugt auf ganzer Linie
Für die Schweiz-Premiere stand ein Cast auf der Bühne, der die emotionale Tiefe der Geschichte eindrucksvoll zum Leben erweckte.
Mascha Volmershausen verkörperte erneut die 16-jährige Anna und zeigte dabei eine bemerkenswerte darstellerische Reife. Die Figur der Schülerin, die unter Mobbing leidet und auch in der Liebe eine schmerzhafte Enttäuschung erlebt, gestaltete Volmershausen mit einer stimmlichen Intensität und emotionalen Glaubwürdigkeit, die unter die Haut ging.
In der Rolle des Alex, Annas älterem Bruder, überzeugte Cedric Schröter. Der junge Musiker, der zusammen mit seinem besten Freund Tom eine Band gründet und von der großen Karriere träumt, wurde von Schröter mit jugendlichem Feuer und spürbarer Leidenschaft gespielt.
Leonie Wanger gab die Amira, den Neuzugang in der Schulklasse, die sich in Alex verliebt – und bald mit einer unerwarteten Schwangerschaft konfrontiert wird. Wanger gelang es, den ständigen Wechsel zwischen Verliebtheit, Angst und Entschlossenheit ihrer Figur glaubhaft darzustellen.
Christian Bock brachte als Tom, dem besten Freund von Alex, eine Figur auf die Bühne, die gleichermaßen humorvoll wie berührend war. Toms innerer Kampf – er entdeckt im Laufe der Handlung seine Gefühle für Alex und muss lernen, damit umzugehen – wurde von Bock mit großer Sensibilität und ohne jede Klischeehaftigkeit gespielt.
Das Ehepaar Schirmer wurde von Carolin Soyka (Petra) und Markus Neugebauer (Robert) getragen. Beide schafften es, die schleichende Entfremdung und die langsame Wiederannäherung ihres Bühnenpaares realitätsnah und berührend darzustellen. Besonders Soykas Darstellung der Frau, die endlich mehr vom Leben will als Wäsche und Haushalt, sorgte für starke Identifikationsmomente im Publikum.
Alice Wittmer überzeugte als Beate, Petras beste Freundin seit der Grundschulzeit. Mit spritzigem Humor und warmherziger Ausstrahlung verleihte sie der Figur jene Mischung aus Leichtigkeit und Loyalität, die den Abend immer wieder auflockerte.
Regina Venus und Frank Bahrenberg begeisterten als das ältere Paar Oma Lena und Karl, die sich über ein Datingportal kennenlernen und feststellen, dass es für die Liebe nie zu spät ist. Ihre gemeinsamen Szenen gehörten zu den rührendsten des Abends und brachten manchen Zuschauer zum Schmunzeln und zum Griff nach dem Taschentuch zugleich.
Pauline Schubert rundete den Hauptcast als Vanessa ab – die selbstbewusste „Queen Bee” der Schulklasse, die die Bühnenkostüme für Alex und Toms Band entwirft und in keiner Szene ihre dominante Ausstrahlung vermissen ließ.
Das neunköpfige Ensemble – Anja Quinter, Lea Marie Hansche, Carolin Nala Scheicher, Clarissa Gundlach, Matthias Graf, Niklas Brunner, Marcel Walther, Jakob Wirnsperger und Joshua Beck – lieferte eine ebenso energiegeladene wie präzise Leistung und trug mit den Choreografien von Jonathan Huor maßgeblich zur Dynamik der Inszenierung bei.
Musik, die unter die Haut geht
Musikalisch wurde der Abend von einer herausragenden Live-Band getragen, angeführt von Musical Director Jeff Frohner am Keyboard. Gemeinsam mit Florian Friedel (Bass), Bronislaw Madziar (Cello), Stefan Gollmitzer (Drums) und Tom Ferdinand Grimm (Gitarre) schufen sie einen Sound, der die vertrauten PUR-Melodien in neuem Gewand erstrahlen ließ. Die teils mehrstimmig neu arrangierten Songs entfalteten im Theaterrahmen eine Wirkung, die über das reine Konzerterlebnis weit hinausging.
Songs wie „Abenteuerland”, „Lena” oder „Wenn sie diesen Tango hört” wurden dabei so in die Handlung eingebettet, dass sie wie selbstverständlich aus den jeweiligen Szenen herauswuchsen. Besonders die nachdenklicheren Nummern gewannen in der Verbindung mit der Bühnenhandlung eine neue, tiefere Dimension.
Inszenierung mit Schweizer Handschrift
Regisseur Dominik Flaschka, der bereits die Uraufführung in Düsseldorf verantwortete, hat für die Tournee-Fassung eine Inszenierung geschaffen, die trotz der wechselnden Spielorte nichts an Intensität einbüßt. Sein Konzept arbeitet geschickt mit einem reduzierten, aber wandlungsfähigen Bühnenbild: Ein festes Gerüst aus Treppen und Etagen, ergänzt durch eine Drehbühne und punktuell eingesetzte Requisiten, wird durch ausgeklügelte Lichttechnik und Effekte immer wieder in neue Räume verwandelt.
Choreograf Jonathan Huor – wie Flaschka ein Schweizer – sorgte für Bewegungsbilder, die den emotionalen Gehalt der Szenen verstärkten, ohne je in die Beliebigkeit abzudriften. Die Tatsache, dass gleich zwei Schweizer Kreative maßgeblich an dieser Produktion beteiligt sind, verlieh dem Basler Gastspiel eine besondere Note.
Gold für „Abenteuerland” – die Erfolgswelle reißt nicht ab
PUR, die seit 45 Jahren aus Bietigheim-Bissingen heraus die deutschsprachige Poplandschaft prägen und damals z.B. auch schon in der Stadthalle in Tiengen aufgetreten sind, haben mit zwölf Millionen verkauften Tonträgern und zehn Nummer-Eins-Alben längst Musikgeschichte geschrieben. Das Album „Abenteuerland” allein ging über zwei Millionen Mal über die Ladentische und zählt zu den meistverkauften deutschen Musikalben überhaupt. Jetzt – über 30 Jahre nach ihrem Release – erreichte die Single Goldstatus. Die Freude war umso größer, da die Goldene Schallplatte für „Abenteuerland” der Band erst vor kurzem in ihrer schwäbischen Heimat bei ihrem großen Herzensprojekt verliehen wurde.
Fazit: Ein Abend, der bleibt
Was am Dienstagabend im Musical Theater Basel zu erleben war, war mehr als ein Musical-Gastspiel. Es war ein Abend, an dem die Zuschauer gemeinsam lachten, weinten und am Ende stehend applaudierten – für eine Geschichte, die in ihrer Alltäglichkeit zutiefst berührt, und für Songs, die längst zum Soundtrack einer ganzen Generation geworden sind.
PUR-Frontmann Hartmut Engler hat einmal gestanden, dass er sich das Musical in Düsseldorf elfmal angesehen habe – und jedes Mal ein Taschentuch gebraucht habe. Am Dienstagabend in Basel dürften sich viele im Publikum auf Anhieb wiedergefunden haben.
„Abenteuerland – Das Musical mit den Hits von PUR” ist noch bis Sonntag, 29. März im Musical Theater Basel zu erleben. Danach geht die Tournee weiter nach Dortmund, Oberhausen und Hannover. Tickets sind über Ticketcorner sowie unter www.abenteuerland-musical.com erhältlich.
Pur selbst kann man ab Dezember 2026 wieder auf großer Arena Tournee live erleben!
Noch bis 29. März könnt ihr Abenteuerland in Basel erleben!
Vorstellungszeiten Musical Theater Basel:
Dienstag, Donnerstag und Freitag 19.30 Uhr · Mittwoch 18.30 Uhr · Samstag 14.30 und 19.30 Uhr · Sonntag 13.30 und 18.30 Uhr
Preise: CHF 37.00 bis CHF 137.00 · Veranstalter: ATG Entertainment






























